Zwei Termine, auf die wir Sie gerne aufmerksam machen möchten:
- „Alte Pathologie“ – Gedenkstätte für die Opfer der NS-Euthanasie: Lange bevor Hitler am 1. Sept. 1939 den „Euthanasie“-Befehl erteilte, wurden in der Heil- und Pflegeanstalt Wehnen Patienten dem gezielten Hungertod ausgesetzt. Die Geschichte dieser medizinischen Verbrechen ist in der „Alten Pathologie“ der Karl-Jaspers-Klinik in Bad Zwischenahn detailliert nachzuvollziehen. Einblicke gibt es an diesem Tag bei Führungen durch die Ausstellung und über das Gelände sowie einem Dia-Vortrag über die Ereignisse, Akteure, Motive und Taten.
Dozent: Dr. habil. Ingo Harms, Termin: 07.10.2008, 15.00-17.30 Uhr, Kursgebühr: 10 Euro, VHS Oldenburg
Veranstaltungsort: Seminarraum Cafe „Treffpunkt“ Karl-Jaspers-Klinik in Wehnen/Bad Zwischenahn. - Vortrag: Dr. Eden – Ärztliche Ethik im nationalsozialistischen Oldenburg: Bis zum 1. März 2008 gab es in Kreyenbrück eine „Dr.-Eden-Straße“ – dann wurde sie umbenannt in „Rahel-Strauss-Straße“. Warum dem ehemaligen Chefarzt der Städtischen Kliniken Dr. med. Paul Eden die posthum verliehene Ehre entzogen wurde, beleuchtet dieser Vortrag. Er belegt, dass Eden im Dienst einer „erbgesunden Rasse“ Hunderte Oldenburger unfruchtbar gemacht hat und lässt Schauplätze und Akteure dokumentarisch aufleben.
Dozent: Dr. habil. Ingo Harms, Termin: 08.10.2008, 19.30-21.45 Uhr, Kursgebühr: 9 Euro (11 Euro Abendkasse), VHS Oldenburg.
Veranstatungsort: VHS Kulturspeicher, Raum 35
Im Gedenken an die Opfer im damaligen Landeskrankenhaus Wehnen findet um 10.00 Uhr ein Gottesdienst, gehalten durch Bischof Krug, Pastor Raudonat und dem Gedenkkreis, in der Ofener Kirche statt. Nach dem Gottesdienst wird Bischof Krug die „Euthanasie“-Erinnerungsstätte auf dem Friedhof neben der Kirche einweihen. Mit dieser „Euthanasie“- Erinnerungsstätte wird den ermordeten Patienten eine symbolische Grabstätte gegeben und damit allen Angehörigen ein Ort der Trauer und der Erinnerung.
Der Gedenkkreis lädt alle Mitglieder, Freunde und Interessierte herzlich ein. Alles Weitere entnehmen Sie bitte der Einladung (PDF-Format).
Vom schwierigen Erinnern an die Opfer der NS-Psychiatrie.
Vortrag am 23. Juni 2008, 19.30 Uhr in Bremen, Villa Ichon, Goetheplatz 4 von Hedwig Thelen, stellvertretende Vorsitzende des Gedenkkreises
Während des Nationalsozialismus wurden in der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Wehnen (bei Oldenburg) mindestens 1500 Menschen durch Hunger, Epidemien und fehlende medizinische Versorgung getötet. Anschließend verscharrte man sie in Massengräbern auf dem Anstaltsfriedhof. Obwohl dies in der Bevölkerung weitgehend bekannt war, hielt sich nach 1945 hartnäckig das „Gerücht“, dass es in Wehnen keine „Euthanasie“ geben habe.
An die Ermordeten mochte in der Nachkriegsgesellschaft niemand erinnert werden. Die Auseinandersetzung mit den vergessenen Opfern der NS-Psychiatrie begann in Oldenburg – wie auch in anderen Orten – erst in den 90er Jahren. In Wehnen war es ein Kreis von Angehörigen, die 1998 aktiv wurden. Es gelang ihnen, ein Mahnmal für die Opfer der NS-„Euthanasie“ und die Gedenkstätte „Alte Pathologie“ zu errichten.
Im Vortrag werden die systematischen Tötungen in der Heil- und Pflegeanstalt aufgezeigt und die Entstehung der Gedenkstätte nachgezeichnet.
Hedwig Thelen lebt in Bremen. Sie promoviert zum Thema der Veranstaltung und ist Stipendiatin der Rosa-Luxemburg-Stiftung.
Veranstalter: Rosa-Luxemburg-Initiative, Bremen
Am 5. Juni 2008 war es soweit. Viele Gäste aus Politik, Kreisverwaltung Ammerland und der Ofener Kirche, sowie Herr Meyer, Bezirksverband Oldenburg, und Herr Weber, Geschäftsführer der Karl-Jaspers-Klinik waren anwesend. Auch Jornalisten der NWZ und des Huntereportes berichteten über dieses Ereignis.
Nachdem 2001 das Denkmal und 2003 die Gedenkstätte auf dem Gelände der Karl-Jaspers-Klinik geschaffen wurde, ist jetzt der Anfang für die Gedenk- und Traueranlage (Memorial) auf dem Ofener Friedhof neben der Klinik gemacht. Sie sehen hier Edda Minssen, Vorsitzende, beim ersten Spatenstich.

Die Einweihung der Anlage wird am 31. August 2008 im Rahmen eines Gottesdienstes mit Herrn Krug, Bischof der ev. Kirche in Oldenburg, erfolgen. (mehr …)
Der Oberbürgermeister der Stadt Oldenburg, Prof. Dr. Schwandner, und der Kulturausschuss des Stadtrates besuchten am 15. April 2008 die Baustelle des auf dem Ofener Friedhof geplanten Memorials für die Opfer der NS-„Euthanasie“
Neben Gedenkstätte und Mahnmal soll hier ein Ort der Besinnung und aktiven Trauerarbeit treten. Dieses in seiner Art einmalige Memorial verbindet die Idee der „Stolpersteine“ mit dem authentischen Ort eines Massengrabs. Wo seinerzeit Hunderte von Opfern namenlos verscharrt worden sind, entsteht eine Fläche bedeckt mit 1.500 ballgroßen weißen Feldsteinen, deren jeder ein Opfer symbolisiert.
In Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte und unter Mitarbeit von Historikern wird angeboten, die Patenschaft für ein bestimmtes Opfer zu übernehmen, indem einer der Steine mit Namen und Daten versehen wird. Schulen, Schulklassen, Jugendgruppen, Anwohner der Umgebung und Menschen aus ärztlich-pflegerischen Berufen sowie aus den Bereichen Sonderpädagogik und Rehabilitation haben bereits ihr Interesse angemeldet. Auf der Suche nach bestimmten Opfern, beispielsweise einem der ermordeten Kinder, Zwangsarbeiter oder Künstler, sollen bei der Erforschung der Hintergründe Einzelschicksale und Zeitgeschichte gleichermaßen lebendig werden.
Der „Hunte Report“ und die Nordwest Zeitung (NWZ) berichteten in ihrer Ausgabe vom 16. bzw. 19. April 2008 ausführlich über diesen Besuch.