Der Vortrag „Opfer, die keiner sieht“ von Dr. Martin Finschow war das zentrale Thema der diesjährigen Mitgliederversammlung des Gedenkkreises Wehnen.
Herr Dr. Finschow berichtete über die Zwangssteriisationen während der NS-Zeit im Oldenburger Land. Mehr als 2500 Menschen fielen diesem Verbrechen zum Opfer. Willkürliche Sozialauslese und Denunziationen waren die Grundlage. Ärzte, Richter und Kliniken arbeiteten zusammen mit so genannten „Erbgesundheitsgerichten“ an der Durchführung. Die Betroffenen hatten keinen Rechtsbeistand. Die Zwangssterilisationen wurden durch einen chirurgischen Eingriff oder durch Röntgenbestrahlung durchgeführt. Dabei kam es auch zu Todesfällen. Betroffenheit löste die Schilderung der Einzelfälle aus. Hierzu die Berichte der Nordwest Zeitung (NWZ) und der Oldenburger Allgemeine
Die Forschungsarbeit von Herrn Dr. Finschow ist als Buch im Isensee Verlag,
ISBN 978-3-89995-535-4 unter dem Titel „Opfer, die keiner sieht“ erschienen.
Zufällig, beim Aufräumen auf dem Dachboden des Gesundheitsamtes in Jever wurden jetzt Akten
über Zwangssterilisationen während der NS-Zeit entdeckt. Der Fund erregte nicht nur in der Region, sondern bundesweit Aufmerksamkeit. Die Akten werden jetzt dem Forschungsprojekt der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg zur Verfügung gestellt.
Dazu zwei Artikel in der hiesigen Nordwest Zeitung (NWZ).
Zu der diesjährigen Mitgliederversammlung lädt der Gedenkkreis alle Mitglieder und Freunde ein.
Neben den notwendigen Regularien wird Dr. Martin Finschow einen Vortrag zum Thema
„Nationalsozialistische Zwangssterilisationen im Lande Oldenburg“ halten.
Alles Weitere entnehmen Sie bitte der Einladung (PDF-Format).
Vom 21. Dezember 2008 bis einschließlich 11. Januar 2009 bleibt die Gedenkstätte geschlossen.
Der Gedenkkreis wünscht Ihnen schöne Weihnachtstage und alles Gute für das Neue Jahr.
Dieser Artikel erschien am 4. Oktober 2008 in der Tageszeitung „Junge Welt“
Einweihung eines Kissens zu Oldenburg – Ende August
von Sabine Lueken (Mitglied des Gedenkkreises Wehnen e.V.)
In der Heil- und Pflegeanstalt Wehnen bei Oldenburg wurden während der Nazizeit mindestens 1500 Patienten ermordet, man ließ sie einfach verhungern. Auf dem ehemaligen Anstaltsfriedhof wurde erst Ende August eine Gedenkstätte errichtet. Dem gingen zehn Jahre Bemühungen eines Gedenkkreises voraus, denn lange Zeit galt, daß es im Oldenburger Land keine »Euthanasie« gegeben habe. Das änderte sich erst mit den Forschungen des Historikers Ingo Harms seit Mitte der 90er. (mehr …)