Vom 21. Dezember 2008 bis einschließlich 11. Januar 2009 bleibt die Gedenkstätte geschlossen.
Der Gedenkkreis wünscht Ihnen schöne Weihnachtstage und alles Gute für das Neue Jahr.
Dieser Artikel erschien am 4. Oktober 2008 in der Tageszeitung „Junge Welt“
Einweihung eines Kissens zu Oldenburg – Ende August
von Sabine Lueken (Mitglied des Gedenkkreises Wehnen e.V.)
In der Heil- und Pflegeanstalt Wehnen bei Oldenburg wurden während der Nazizeit mindestens 1500 Patienten ermordet, man ließ sie einfach verhungern. Auf dem ehemaligen Anstaltsfriedhof wurde erst Ende August eine Gedenkstätte errichtet. Dem gingen zehn Jahre Bemühungen eines Gedenkkreises voraus, denn lange Zeit galt, daß es im Oldenburger Land keine »Euthanasie« gegeben habe. Das änderte sich erst mit den Forschungen des Historikers Ingo Harms seit Mitte der 90er. (mehr …)
Zwei Termine, auf die wir Sie gerne aufmerksam machen möchten:
- „Alte Pathologie“ – Gedenkstätte für die Opfer der NS-Euthanasie: Lange bevor Hitler am 1. Sept. 1939 den „Euthanasie“-Befehl erteilte, wurden in der Heil- und Pflegeanstalt Wehnen Patienten dem gezielten Hungertod ausgesetzt. Die Geschichte dieser medizinischen Verbrechen ist in der „Alten Pathologie“ der Karl-Jaspers-Klinik in Bad Zwischenahn detailliert nachzuvollziehen. Einblicke gibt es an diesem Tag bei Führungen durch die Ausstellung und über das Gelände sowie einem Dia-Vortrag über die Ereignisse, Akteure, Motive und Taten.
Dozent: Dr. habil. Ingo Harms, Termin: 07.10.2008, 15.00-17.30 Uhr, Kursgebühr: 10 Euro, VHS Oldenburg
Veranstaltungsort: Seminarraum Cafe „Treffpunkt“ Karl-Jaspers-Klinik in Wehnen/Bad Zwischenahn. - Vortrag: Dr. Eden – Ärztliche Ethik im nationalsozialistischen Oldenburg: Bis zum 1. März 2008 gab es in Kreyenbrück eine „Dr.-Eden-Straße“ – dann wurde sie umbenannt in „Rahel-Strauss-Straße“. Warum dem ehemaligen Chefarzt der Städtischen Kliniken Dr. med. Paul Eden die posthum verliehene Ehre entzogen wurde, beleuchtet dieser Vortrag. Er belegt, dass Eden im Dienst einer „erbgesunden Rasse“ Hunderte Oldenburger unfruchtbar gemacht hat und lässt Schauplätze und Akteure dokumentarisch aufleben.
Dozent: Dr. habil. Ingo Harms, Termin: 08.10.2008, 19.30-21.45 Uhr, Kursgebühr: 9 Euro (11 Euro Abendkasse), VHS Oldenburg.
Veranstatungsort: VHS Kulturspeicher, Raum 35
Im Gedenken an die Opfer im damaligen Landeskrankenhaus Wehnen findet um 10.00 Uhr ein Gottesdienst, gehalten durch Bischof Krug, Pastor Raudonat und dem Gedenkkreis, in der Ofener Kirche statt. Nach dem Gottesdienst wird Bischof Krug die „Euthanasie“-Erinnerungsstätte auf dem Friedhof neben der Kirche einweihen. Mit dieser „Euthanasie“- Erinnerungsstätte wird den ermordeten Patienten eine symbolische Grabstätte gegeben und damit allen Angehörigen ein Ort der Trauer und der Erinnerung.
Der Gedenkkreis lädt alle Mitglieder, Freunde und Interessierte herzlich ein. Alles Weitere entnehmen Sie bitte der Einladung (PDF-Format).
Vom schwierigen Erinnern an die Opfer der NS-Psychiatrie.
Vortrag am 23. Juni 2008, 19.30 Uhr in Bremen, Villa Ichon, Goetheplatz 4 von Hedwig Thelen, stellvertretende Vorsitzende des Gedenkkreises
Während des Nationalsozialismus wurden in der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Wehnen (bei Oldenburg) mindestens 1500 Menschen durch Hunger, Epidemien und fehlende medizinische Versorgung getötet. Anschließend verscharrte man sie in Massengräbern auf dem Anstaltsfriedhof. Obwohl dies in der Bevölkerung weitgehend bekannt war, hielt sich nach 1945 hartnäckig das „Gerücht“, dass es in Wehnen keine „Euthanasie“ geben habe.
An die Ermordeten mochte in der Nachkriegsgesellschaft niemand erinnert werden. Die Auseinandersetzung mit den vergessenen Opfern der NS-Psychiatrie begann in Oldenburg – wie auch in anderen Orten – erst in den 90er Jahren. In Wehnen war es ein Kreis von Angehörigen, die 1998 aktiv wurden. Es gelang ihnen, ein Mahnmal für die Opfer der NS-„Euthanasie“ und die Gedenkstätte „Alte Pathologie“ zu errichten.
Im Vortrag werden die systematischen Tötungen in der Heil- und Pflegeanstalt aufgezeigt und die Entstehung der Gedenkstätte nachgezeichnet.
Hedwig Thelen lebt in Bremen. Sie promoviert zum Thema der Veranstaltung und ist Stipendiatin der Rosa-Luxemburg-Stiftung.
Veranstalter: Rosa-Luxemburg-Initiative, Bremen