Weihnachten 2011

Der Vorstand des Gedenkkreises wünscht Ihnen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest. Genießen Sie diese stillen Tage zum Jahresende. Für das Neue Jahr wünschen wir Ihnen alles Gute, Glück und Zufriedenheit.

Viele unserer Freunde und Mitglieder haben uns auf die Redebeiträge des Gedenktages am 1. September angesprochen. Sie können hier die Rede von Frau Minssen, Frau Dr. Siebert und Herrn Bensberg , Landrat Ammerland lesen.

Jugend und Heimatkunde

Schüler der Realschule Barßel und des Alten Gymnasium in Oldenburg erarbeiteten die Geschichte der früheren Heil- und Pflegeanstalt Wehnen während der NS-Zeit.
Die Barßeler Schüler wurden für Ihre Arbeit mit dem ersten Preis auf Bundesebene im Geschichtswettbewerb vom Bundespräsidenten Wulf geehrt. Sie erarbeiteten sich die Geschichte der Krankenmorde von 1936 – 1945. Der erste Besuch in der Gedenkstätte hatte sie tief beeindruckt, sodass sie den Entschluss fassten sich intensiv mit diesem Thema zu beschäftigen. Das wurde nun durch diesen Preis belohnt.
Unterstützt wurden sie von ihrem Lehrer Herrn Pagel.

Drei Schüler das Alten Gymnasium Oldenburg arbeiteten vier Monate an dem Thema »Skandale in der Geschichte« was nach 1945 mit denjenigen Personen passiert ist, die während der NS-Zeit für den Hungertod unzähliger Patienten der damaligen Heil- und Pflegeanstalt Wehnen (heute Karl-Jaspers-Klinik) verantwortlich waren.
Sie kamen dabei zu erschreckenden Erkenntnissen. Für ihre Arbeit wurden sie auf Landesebene mit einem Preis geehrt. Unterstützung für ihre Arbeit bekamen sie u.a. von dem Historiker Dr. Ingo Harms.

Diese jungen Menschen werden sicher nie vergessen, was hier in ihrer unmittelbaren Umgebung geschehen ist.

Gerne unterstützt der Gedenkkreis zusammen mit dem wissenschaftlichen Beirat die Arbeit von Schülern oder anderen Gruppierungen. Einen ersten Eindruck bietet ein Besuch in der Gedenkstätte auf dem Gelände der heutigen Karl-Jaspers-Klinik.

Danke!

Pünktlich zum Volkstrauertag war die „Euthanasie“-Erinnerungsstätte auf dem Ofener Friedhof in Wehnen hergerichtet. Die Pflege und die ergänzende Bepflanzung wurde von der Kräuterei und der Firma Garten- und Landschaftsbau, übernommen. Dafür ein herzliches Dankeschön!
An dieser Stelle bedankt sich der Gedenkkreis bei allen ehrenamtlichen Mitarbeitern und Spendern. Endlich, nach so vielen Jahren ist der gewaltsame Tod von hilflosen Patienten durch Ärzte und medizinisches Personal im Bewusstsein der Bevölkerung angekommen. Das wurde auch in der Predigt am Volkstrauertag von Herrn Raudonat, Pastor der Ofener Kirchengemeinde deutlich. Keine stille, heimliche Trauer; sondern offenes Gedenken und Trauern geben unseren Angehörigen ihr Gesicht zurück.

Volkstrauertag am 13. November

An diesem Tag treffen sich die Förderkreis- und Gedenkkreismitglieder. Um 10.00 Uhr ist ein Gottesdienst in der Ofener Kirche, in dem auch der in Wehnen ermordeten Patienten gedacht wird. Anschließend werden wir an der „Euthanasie“-Erinnerungsstätte einen Kranz niederlegen. Gegen 11.30 Uhr treffen sich die Mitglieder in der Gedenkstätte zu einem Gedankenaustausch. Für warme Getränke an diesem kühlen Herbsttag ist gesorgt. Auch Gäste sind herzlich willkommen.

„Euthanasie“ und Zwangssteriliation – Vortrag in Wilhelmshaven

Am 3. November wird Dr. Alfred Fleßner zu diesem Thema einen Vortrag in der Volkshochschule Wilhelmshaven halten. „Euthanasie“ und Zwangssterilisationen während der NS-Zeit fanden nicht nur in Oldenburg und in der damaligen Heil- und Pflegeanstalt Wehnen statt, sondern in der gesamten Region, so auch in Wilhelmshaven. Kliniken und Gesundheitsämter im Oldenburger Land arbeiteten eng mit der Heil- und Pflegeanstalt Wehnen zusammen, die sich zu einer Tötungsanstalt für die nordwestliche Region entwickelte.