Der Gedenktag am 1.September im Festsaal der Karl-Jaspers-Klinik war sehr gut besucht. Neben Angehörigen und Freunden des Gedenkkreises war das Ammerland durch den Landrat Herrn Bensberg und die Gemeinde Bad Zwischenahn durch den Bürgermeister Herrn Dr. Schilling vertreten. Herr Bensberg betonte in sehr einfühlsamen Worten die Notwendigkeit der Erinnerung an die Verbrechen während der NS-Zeit in der damaligen Heil- und Pflegeanstalt Wehnen. Das Grußwort hielt der ärztliche Direktor der KJ-Klinik Herr Dr.Zimmermann.
Frau Minssen, Vorsitzende des Gedenkkreises, sprach unter anderem die noch nicht ganz optimale Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde Ofen und der Gemeinde Bad Zwischenahn an.
Sie können hier die Rede von Frau Minssen lesen.
Mittelpunkt des diesjährigen Gedenktages war die Rede von Herrn Prof. Dr. Schneider vom Klinikum Aachen. Herr Prof. Schneider entschuldigte sich im Namen der Ärzteschaft für die Verbrechen an hilflosen Patienten während der NS-Zeit. In seiner Rede bezog er sich auf einen Patienten, der in Oldenburg, im Peter-Friedrich-Ludwig-Hospital, von Dr. Eden zwangssterilisiert wurde und sein Leben lang darunter sehr gelitten hat.
Sehr eindrucksvoll war der Vortrag von Frau Dr. Siebert über Leben und Tod ihres Großvaters in der damaligen Heil-und Pflegeanstalt Wehnen.
Der musikalische Beitrag war für diesen Tag gut gewählt und kam von Frau Maria Laux, Sopranistin und Herr Heinrich kleine Siemer, Klavier.
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Die Arbeit im Gedenkkreis wird überwiegend ehrenamtlich geleistet, eine kontinuierliche finanzielle Unterstützung gibt es nicht, deshalb ist die Freude über jede Spende sehr groß.
Der Gedenkkreis bedankt sich ganz herzlich für die Spende von 1000 € des Ingenieur-Büros Heimsch! Lesen Sie dazu den Artikel in der hiesigen Nordwestzeitung (NWZ)
Am 1. September um 14.00 Uhr begeht der Gedenkkreis seinen diesjährigen Gedenktag im Festsaal der Karl-Jaspers-Klinik in Wehnen/Bad Zwischenahn. Mittelpunkt wird der Vortrag von Herrn Prof. Dr. Schneider, Universitätsklinikum Aachen, sein. Sie können hier (im PDF-Format) seine Rede anlässlich der Gedenkveranstaltung der „Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkurde“ (DGPPN) in Berlin am 26.11.2010 lesen.
Eine betroffene Angehörige wird über das Schicksal ihres Verwandten und damit auch ihrer Familie berichten. Ergänzend wird es zwischen den Reden einen musikalischen Betrag geben.
Eingeladen sind alle Mitglieder und Freunde des Gedenk- und Förderkreises. Die genaue Tagesordnung kann hier abgerufen werden.
Die „Krankenpflege in Nationalsozialismus“ mit besonderem Blick auf neueste Forschungs-ergebnisse aus Oldenburg war Thema eines Vortrages bei der diesjährigen Mitgliederver-sammlung am 26.03. des Gedenkkreises Wehnen e.V. im Mittelpunkt. Referent war Dr. phil. Alfred Fleßner, Historiker und Politologe aus Oldenburg.
Die Ausbildung in der Krankenpflege unter dem Einfluss der nationalsozialistischen Erbgesund-heitspolitik hat starke Auswirkungen, besonders in der Psychiatrie, auch bis in die Nachkriegszeit. Die Ausbildung in der Psychiatrie war unter dem Niveau der Krankenpflegeausbildung. So kamen in der Heil- und Pflegeanstalt Wehnen auf 700-1000 Patienten 2-3 Ärzte und etwa 100 Pflegekräfte.In der NS-Zeit war Dr. Mönch, ltd. Arzt in der Heil- und Pflegeanstalt Wehnen für die Ausbildung der Pflegenden, die als „Irrenpflege“ bezeichnet wurde, zuständig.
Die Pflegekräfte waren diejenigen, die den Patienten am nächsten waren. Sie führten die ärztlichen Anordnungen aus. Aus anderen Anstalten ist bekannt, dass nur wenige sich weigerten. Im Allgemeinen wurde diese an einen anderen patientenfernen Arbeitsplatz versetzt. Es muss davon ausgegangen werden, dass Pflegepersonal aktiv an den Tötungen beteiligt war, sei es durch entsprechende Medikamentengabe oder durch unzureichende Nahrungsgabe. Ein umfangreicher Aktenbestand aus dem Gertrudenheim (Heim für geistig behinderte Kinder und Jugendliche) und der Heil- und Pflegeanstalt Wehnen von 1887-1959 wurde im Gertrudenheim in Oldenburg gefunden. (mehr …)
Neben den notwendigen Regularien wird der Vortrag Krankenpflege im Nationalsozialismus. Forschungen in Oldenburg von Dr. Alfred Fleßner das zentrale Thema der Mitgliederversammlung sein. Zu diesem bisher wenig erforschtem Kapitel der NS-Zeit können im Anschluss des Vortrages Fragen gestellt werden. Es wird auch ausreichend Zeit für Gespräche untereinander sein. Dieses Forschungsprojekt wird durch die Robert Bosch Stiftung gefördert.
Tagesordnung und Pressemitteilung finden Sie hier unter „Pressemitteilungen“.