Gedenkkreis mit neuen Plänen und neuem Vorstand

Wir streben eine konzeptionelle Erweiterung an, für deren Umsetzung zusätzliche Räumlichkeiten benötigt werden. Sie sollen eine neue Ausstellung sowie Seminar- und Arbeitsräume beherbergen. Ziel ist, einen außerschulischen Lernort weiter zu entwickeln, damit der Umgang mit behinderten und psychisch kranken Menschen in Vergangenheit und Gegenwart umfassend thematisiert und die Würde des Menschen und der Wert des Lebens in den Mittelpunkt gestellt werden.

Auf der Mitgliederversammlung stand außerdem die Wahl Neuwahl des Vorstandes an. Gewählt wurden als Vorsitzende Elke Harms-Kranich, Stellvertreterin Dorothea Regener, Beisitzerinnen Gerti Suntrup, und Gertrud Knöttig. Neuer Kassenwart ist Günter Gräber. Dr. Alfred Fleßner und Dr. Ingo Harms wurden als wissenschaftlicher Beirat des Vereins bestätigt.
Die hiesige Nordwest Zeitung (NWZ) veröffentlichte dazu diesen Artikel.

Von links: Dorothea Regener, Alfred Fleßner, Gerti Suntrup, Elke Harms-Kranich, Ingo Harms, Gertrud Knöttig, Günter Gräber und Hedwg Thelen.

Heimatkunde – Verbrechen im Nationalsozialismus

Wir schreiben das Jahr 1941, die Nationalsozialisten sind in Deutschland an der Macht und Regierungsrat Carl Ballin, seines Zeichens im Vorstand des Landesfür-sorgeverbandes, rühmt sich, die Pflegesätze für Patientinnen und Patienten in der ihm unterstellten Heil- und Pflegeanstalt Wehnen von 3,25 auf 1,85 Reichsmark gesenkt zu haben.
Im „Dritten Reich“ kamen in der Heil- und Pflegeanstalt Wehnen mindestens 1500 Menschen durch jahrelange, systematisch praktizierte Unterernährung und mangelnde Pflege ums Leben.
Was geschah aber mit den eingesparten Geldern, wofür wurden sie verwandt?
Diese Fragen bewegen den Historiker Dr. Ingo Harms, der seit Jahren über ihren Verbleib forscht. Flossen sie u.a. in den Ausbau des Museumsdorfes in Cloppenburg, das zu der Zeit und bis 1961 unter der Verwaltung des Landesfürsorgeverbandes, des heutigen Bezirksverbandes Oldenburg, stand?
Lesen Sie dazu diesen Artikel in der Nordwest Zeitung (NWZ) vom 22.02.2014.
(D.R.)

Mitgliederversammlung am 01. März 2014

Am Sonnabend, den 01. März, lädt der Vorstand des Gedenkkreises zur diesjährigen Mitgliederversammlung ein. Die Veranstaltung findet um 14.00 Uhr im Café „Treffpunkt“ auf dem Gelände der Karl-Jaspers-Klinik statt. Mitglieder des Gedenk- und Förderkreises Wehnen  sowie Gäste sind herzlich eingeladen.
Neben den Regularien, wie Berichte aus dem vergangenen Geschäftsjahr und Vorstandswahlen, wird der Verein ein erweitertes Konzept zu seiner zukünftigen Arbeit vorstellen, siehe Tagesordnung (PDF).

Der Vorstand bittet um vorherige Anmeldung unter Tel. 0441 9992770 oder unter info(at)gedenkkreis.de.

Begegnungen mit Tätern und Tatorten 1933 – 1945

Die historisch ökologische Bildungsstätte (HÖB) in Papenburg lädt zu diesem Seminar ein. Ärzte, Pflege- und Wachpersonal, und Wehrpflichtige, ganz „normale“ Menschen begingen furchtbare Verbrechen. Unfassbar ist, dass die Täter viel zu oft straffrei davon kamen.

Neben anderen Referenten hält Dr. Ingo Harms, Mitglied des Gedenkkreises Wehnen, am 14. Februar 2014 den Vortrag mit dem Titel

Persilscheine für die Täter in Weiß. Krankenhäuser als Tatorte der NS-Gewaltmedizin

Das gesamte Programm können Sie hier im PDF Format abrufen.

 

Wilhelm Oltmanns – eine Schreibtischtäterkarriere

Ein neues Forschungsergebnis des Oldenburger Historikers Dr. Ingo Harms wurde am 28. Januar 2014 in der Nordwestzeitung (NWZ) veröffentlicht.
Wilhelm Oltmanns,  Ehrenbürger der Stadt Varel, gehörte 1941 dem Vorstand des Landesfürsorgeverbandes an, dem Vorgänger des Bezirksverbandes Oldenburg. Damit war er einer der Verantwortlichen für den Hungertod von mindestens 1500 Patienten  in der früheren Heil- und Pflegeanstalt Wehnen, heute Karl-Jaspers-Klinik.
W. Oltmanns war 67jährig, als er die leitende Tätigkeit im Landesfürsorgeverband übernahm, also in einem Alter, in dem ihm die Folgen seiner Anordnung  -Nahrungsreduzierung der Patienten in Wehnen-  bekannt sein mussten. Hat er sich im Laufe seines Lebens damit auseinander gesetzt? Hat er jemals einen der leidenden Patienten gesehen? Wohl kaum. Er starb 1964, versorgt mit sicher ausreichendem Ruhestandsgeld. Wilhelm Oltmanns war einer von vielen Schreibtischtätern, die sich nie schuldig bekannten und in unserem Land unbehelligt von Strafverfolgung als unbescholtene Bürger lebten. (mehr …)