In der Nazidiktatur verkam die Medizin zu einem Instrument für Hitlers rassenhygienische Pläne. Krankenmord, Zwangssterilisation und Kinder-Euthanasie forderten zahllose Opfer.
Ärzte waren Hitlers willigste Helfer und die akademische Berufsgruppe mit der höchsten NSDAP-Mitgliedschaft (45 %) – ein Tabuthema bis heute.
Warum die politische Säuberung der Oldenburger Ärzteschaft nach dem Krieg scheitern musste und wie sie scheiterte, zeigt der Oldenburger Medizinhistoriker Ingo Harms anhand von Statistiken und Einzelfällen aus der Oldenburger Ärzteschaft.
Dr. habil. Ingo Harms, Medizinhistoriker
Universitäten Heidelberg und Oldenburg
Wissensch. Beirat des Gedenkkreises Wehnen
VHS-Veranstaltung am 14.5.2014
18.00 Uhr VHS Karlstraße 25, Raum 2.16
Irmgard Bartels und Werner Fahrenholz heißen die zwei Menschen, an deren Schicksale mit neuen Veröffentlichungen in der Schriftenreihe der Gedenkstätte Ahlem der Region Hannover erinnert wird. Zwei grundsätzlich unterschiedliche Personen und doch haben sie zwei Dinge gemeinsam: Beide lebten in der Region Hannover und beide waren aus verschiedenen Gründen Opfer nationalsozialistischer Verfolgung.
Die Geschichte dieser beiden Opfer zeigt besonders an der Geschichte des Werner Fahrenholz, dass Verachtung und Diskriminierung der Opfer auch mit dem Ende der NS-Zeit nicht aufhörten.
Oldenburg gedenkt der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter im Zweiten Weltkrieg
Zum Gedenken an die ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in Oldenburg legt Bürgermeisterin Germaid Eilers-Dörfler am Samstag, 3. Mai, 14 Uhr, einen Kranz am Mahnmal zur Zwangsarbeit auf der Mahn- und Gedenkstätte des Friedhofs Oldenburg-Ohmstede, Rennplatzstraße, nieder.
Die Stadt Oldenburg lädt alle betroffenen und interessierten Bürgerinnen und Bürger zu diesem Moment des Erinnerns herzlich ein.
Seit 2006 findet die Kranzniederlegung jedes Jahr am 3. Mai statt, um den nach Oldenburg verschleppten Zwangsarbeiterinnen und -arbeitern zu gedenken. Das Datum wurde gewählt, weil die Stadt Oldenburg am 3. Mai 1945 kampflos an die Alliierten übergeben wurde. Noch am selben Tag konnten die kanadischen Truppen die eingesperrten Zwangsarbeiter aus den Lagern befreien. Über 12 Millionen Menschen leisteten im Zweiten Weltkrieg für Deutschland Zwangsarbeit.
Auf dem Friedhof Ohmstede befindet sich das größte Sammelgrab Oldenburgs für Opfer der Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg. Das am westlichen Rand des Friedhofs gelegene Mahnmal gestalteten fünf Schülerinnen und Schüler der Fachoberschule für Gestaltung vom Bildungszentrum für Technik und Gestaltung (BZTG) anlässlich eines Besuchs überlebender Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter im Jahr 2004. Tafeln in deutscher, russischer, ukrainischer und polnischer Sprache informieren Besucherinnen und Besucher über die Gedenkstätte.
Wir machen Sie / Euch hiermit auf die Ausstellung
„erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus”
im Dokumentationszentrum Topographie des Terrors Niederkirchnerstraße 8, 10963 Berlin aufmerksam. Die Ausstellung ist vom 26. März bis 13. Juli zu besichtigen.
Die Präsentation wird von einem vierteiligen Veranstaltungsprogramm begleitet.
Die Ausstellung wurde im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) erarbeitet und wird gemeinsam mit der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas gezeigt.
Die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte in der Zeit des Nationalsozialismus stand lange nicht auf der Agenda der psychiatrischen Fachgesellschaft in Deutschland. Dabei gehört diese Zeit zweifelsohne zu den dunkelsten Kapiteln in der Geschichte der deutschen Medizin.
Der Genozid an den europäischen Juden hatte einen Vorläufer im NS-Krankenmord, („Euthanasie“). Idee und Organisationsform stammten von Ärzten wie Fritz Cropp aus Delmenhorst. 1940 – zwei Jahre vor Auschwitz erteilte dieser Arzt und Ministerialbeamte den Befehl zum Mord an den jüdischen Patienten.
Ingo Harms macht die Zusammenhänge zwischen den beiden NS-Mordprogrammen deutlich. Lag dem Krankenmord noch eine Aussonderung zugrunde, so war der Holocaust total. Das verbindende Glied war die Vernichtung der jüdischen Patienten, ein Vorgeschmack des Holocaust. Wie immer bei seinen Werkstattberichten aus der Forschung nennt Ingo Harms Namen und Orte.
Volkshochschule Wilhelmshaven (vhs).
Dozent: Dr. Ingo Harms
Veranstaltungsort: Hans Beutz Haus, Virchowstraße 29; Multifunktionssaal Wilhelmshaven
Termin: Dienstag, den 18.03.2014, 19.00 – 21.15 Uhr