Die Bekämpfung der Volkskrankheit Tuberkulose wandelte sich im Nationalsozialismus zu einer Bekämpfung der Kranken selbst. Als erblich vorbelastet, „asozial“ und „gemeinschaftsfremd“ stigmatisiert starben viele von ihnen in der Psychiatrie und in Zwangsasylierungseinrichtungen. Eine dieser Einrichtungen war das Kloster Blankenburg, das ab 1944 neben weiteren Tuberkulosekrankenhäusern von der Landesversicherungsanstalt (LVA) Oldenburg-Bremen geführt wurde. 2012 wurden in den Räumen der LVA umfangreiche Aktenbestände aufgefunden, die eine genauere Untersuchung der Tuberkulosemedizin in Oldenburg von der Endphase des Nationalsozialismus bis Mitte der 1950er Jahre ermöglichen. (mehr …)
Inzwischen findet die Ausstellung „Der andere Müller vom Siel“ im Landesmuseum Oldenburg auch überregionale Beachtung. Darüber freuen wir uns sehr, denn es geht uns mit dem Ausstellungsprojekt nicht nur darum, einem Heimatmaler von außerordentlicher Qualität, sondern dem GANZEN MÜLLER VOM SIEL seinen Platz und seine Würdigung in der Kunstgeschichte und in der schlimmen Geschichte der gesellschaftlichen Missachtung bis in die jüngere Vergangenheit zu verschaffen.
Dazu diese Artikel in der hiesigen Nordwest Zeitung
(NWZ), der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (faz) und der tageszeitung (taz).
Die Ausstellung „Der andere Müller vom Siel“ im Prinzenpalais Oldenburg ist noch bis zum 24. August geöffnet.
Hiermit laden wir Sie/Euch zu dem Symposium „Der ganze Müller vom Siel“ am 5. Juli von 10.00 – 16.00 Uhr im Oldenburger Schlosssaal ein.
Referent ist u. a. Dr. Ingo Harms, Regionale nationalsozialistische Gesundheits- und Sozialpolitik, C.v.O. Universität Oldenburg und Mitglied des wissenschaftlichen Beirates des Gedenkkreises Wehnen.
Das Schicksal des Künstlers Georg Müller vom Siel, der dreißig Jahre in Wehnen gelebt hat, konnte durch Aktenfunde von Ingo Harms aufgeklärt werden. Die Erkenntnisse fanden Eingang in einer Ausstellung im Jahr 1999, wo erstmals auch eine Auswahl der in Wehnen entstandenen Bilder präsentiert wurde. Da aber die meisten Werke unter Verschluss blieben, bemühte sich der Gedenkkreis um eine breitere Würdigung des Künstlers. Kontakte zur
Heidelberger Prinzhornsammlung und die umfangreichen Dokumente der Krankenakte schufen die Voraussetzungen für die jetzige Ausstellung und
ihr anspruchsvolles Beiprogramm, zu denen es ohne die Initiative von Stefan Buss nicht gekommen wäre.
Die Ausstellung „Der andere Müller vom Siel“ ist bis zum 24. August im Landesmuseum Prinzenpalais in Oldenburg, Damm 1 zu besichtigen.
Der Oldenburger Verein Internationales Fluchtmuseum e. V. lädt am 14. Juni zu einem Besuch der Gedenkstätte Esterwegen ein. Wir geben diese Einladung gerne weiter.
Für die Tagung „Widerstand, Verweigerung und Selbstbehauptung 1933-1945. Geschichte und Vermittlung“ in Göttingen vom 19. – 21. Juni sind noch Plätze frei. Hier finden Sie/findet Ihr Programm und Anmeldeformular.
Uns erreichte der Newsletter der Wewelsburg mit interessanten Terminen, Lesungen und Ausstellungen, den wir hier gerne veröffentlichen.
Wir machen Sie/Euch auf eine Ausstellung in Hameln „NS-Verfolgte aus den Benelux-Ländern im Zuchthaus Hameln 1942-1945“ vom 19. – 31. Juni aufmerksam.
Die Veranstaltung „Der andere Müller vom Siel“ am 25. Mai war sehr gut besucht.
Nach der Begrüßung durch den Direktor des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg Prof. Dr. Rainer Stamm hielt Stefan Buss ein Grußwort.
Buss, seit 2009 Anreger und Betreiber des Projektes einer Sichtbarmachung des ganzen Müller vom Siel, stellte die durch das Landesmuseum / Oldenburg und die Sammlung Prinzhorn / Heidelberg zu Stande gekommene Ausstellung als gelungenen Versuch dar, erstmals den über 75 Jahre nach der Nazizeit nicht wirklich wahrgenommenen, auch danach nicht gewürdigten Maler und den in der Anstalt Wehnen zu Tode gehungerten Menschen umfänglich sichtbar zu machen. Zudem lud er für die Evangelisch-Lutherische Akademie / Oldenburg zu einem Symposium am 5. Juli 2014 in das Oldenburger Schloss ein. Bei dieser öffentlichen Veranstaltung wird es um den Maler in seiner Anstaltszeit und um die Aufarbeitung seiner weitgehenden Unsichtbarkeit in den vielen Jahrzehnten danach gehen. (mehr …)
Die Ausstellung des Oldenburger Malers Georg Müller vom Siel kann in Oldenburg besichtigt werden. Viele bisher unbekannte Bilder können jetzt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Die Einladung zu Eröffnung der Ausstellung „Der andere Müller Siel“ des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte vom 25. Mai bis 24. August 2014 finden Sie hier als PDF Datei.
Dazu auch die Einladung zum Symposium der Akademie der Ev-luth.Kirche Oldenburg „Der ganze Müller vom Siel“ am 5. Juli 2014 von 9.30 – 16.00 Uhr. Dr. Ingo Harms, wissenschaftlicher Beirat des Gedenkkreises, wird dort u.a. einen Vortrag mit dem Titel Georg Müller vom Siel: Krankengeschichte, Krankheitsbiographie , Rezeptionsgeschichte halten.
Wir weisen Sie auf eine weitere Ausstellung „Soziale Arbeit“ im Nationalsozialismus, historische Spurensuche in Oldenburg hin. Auch hier wird ein Stück der jüngsten Vergangenheit in unserer Region bekannt.
Veranstalter: Niedersächsisches Landesarchiv, Standort Oldenburg, Damm 43. Die Ausstellungseröffnung ist am 22. Mai um 20.00 Uhr.
Diesen Vortrag (Elektronische Zeitung „Schattenblick“, Seite 9 – 13) hielt Dr.Ingo Harms im Workshop am 7./8. Februar 2014 in Hamburg-Alsterdorf und Neuengamme: Hunger als Mittel der NS-Medizin – Staatlich organisiertes Mangelregime . Das Denken und auch Handeln in den Psychiatrien Deutschlands trug noch lange nach 1945 die Spuren der NS-Zeit.