Kurz vor den Feiertagen erreichte mich die Nachricht von einem Interview, welches Dr. Ingo Harms mit Georg Jauken von der Regionalzeitung des Weserkuriers „Die Norddeutsche“ geführt hat.
Wussten die Ärzte aus der Umgebung von Oldenburg/Wehnen was sie taten, als sie die Patienten in die damalige Heil- und Pflegeanstalt Wehnen einwiesen? Dieser Frage geht der Medizinhistoriker Dr. Harms nach. Lesen Sie dazu diesen Artikel.
Ein ereignisreiches Jahr geht zu Ende. Begonnen hat es mit der Buchvorstellung
„Forschung zur Medizin im Nationalsozialismus, Vorgeschichte – Verbrechen – Nachwirkungen“
Es folgten viele Vorträge zu Themen wie
Medizinische Verbrechen an Roma und Sinti aus Oldenburg,
Unwillkommen, vertrieben, ermordet: Wohnungslose im Nationalsozialismus,
Okonomie und Krankenmord, Kostendämpfung in der Pflege durch „Euthanasie“ – das Beispiel des Landesfürsorgeverbandes Oldenburg
Die Vorträge fanden überwiegend in Oldenburg statt, aber diesen Vortrag
Zwangssterilisiert und getötet, Heinrich R. ein Edewechter Schicksal 1935
hielt Dr. Ingo Harms in Edewecht, der Heimat von Heinrich R. Die Edewechter zeigten großes Interesse an diesem Schicksal ihres Mitbürgers.
Das „Highlight“ in diesem Jahr war die vollständige Erneuerung der Ausstellung in der Gedenkstätte „Alte Pathologie“ durch ehrenamtliche Mitglieder des Gedenkkreises in wochenlanger Arbeit. Hier sind einige Fotos der neuen Ausstellung. Finanzielle Unterstützung gab es durch einen privaten Spender und der Gemeinde Bad Zwischenahn. Dafür ein herzliches Dankeschön! (mehr …)
Im Rahmen der 5. Berner Bücherwochen hält Dr. Ingo Harms den Vortrag
„Wehnen – Zentrum der NS-Krankenmorde im Nordwesten“
der zeigen soll, dass in Oldenburg ein Krankenmord-System entwickelt wurde, das später von der „Aktion T4“ kopiert und im großen Maßstab angewendet wurde. Aus den Verlegungen der Patienten von den oldenburgischen Krankenhäusern, Anstalten und Heimen in die Heilanstalt Wehnen ergibt sich ein Muster, das den Willen zur Vernichtung sichtbar werden lässt. Neu ist dabei die Entdeckung, dass dem „System Wehnen“ ein oldenburgisches Staatsgesetz von 1933 zugrunde lag.
Der Vortrag ist öffentlich, Eintritt 7,- €.
Thema, Ort und Datum
Oldenburg: „Wehnen – Zentrum der Krankenmorde im Nordwesten. Zur regionalen Medizin in der Nazizeit“
am 5. Dezember um 19.00 Uhr
Seniorenheim Kückens
Weserstraße 3
27804 Berne
Zu dem Vortrag am 17. November 2015 schrieb der Weserkurier Delmenhorst 2 Artikel, die Sie hier und hier lesen können.
….gibt es einen Vortrag von Dr. Ingo Harms:
Am 17. November 2015 um 20.00 Uhr in Wildeshausen, Altes Rathaus, Huntestr. 10
mit dem Titel „Wildeshauser Opfer des NS-Krankenmordes, ‚Euthanasie‘ in Wehnen und Blankenburg“.
Zehntausende psychisch kranke, geistig behinderte und sozial auffällige Männer, Frauen und Kinder fielen zwischen 1933 und 1945 der NS-Euthanasie zum Opfer. Die von den Nationalsozialisten propagierte deutsche „Volksgemeinschaft“ hatte für diese Menschen keinen Platz. Schon 1933 hatte die Fürsorgebehörde Vollmachten erhalten, um in den Anstalten Pflegekosten durch systematische Unterernährung zu sparen. Mehr als 1500 Patienten fielen dieser Entscheidung zum Opfer, unter Ihnen auch Menschen aus Wildeshausen und Umgebung. (mehr …)
Weil auch unsere Angehörige dem Naziterror zum Opfer fielen.
In meiner Kinderzeit hieß dieser Tag „Heldengedenktag“, aber es waren keine Helden, nicht die vielen, meist jungen Leute, die in diesem furchtbaren, sinnlosen Krieg in den Tod geschickt wurden und auch nicht die tausende Patienten, die in den Heil- und Pflegeanstalten ermordet wurden.
Wir trauern um alle diese Menschen und fragen uns immer wieder WARUM? Aber wir fragen weiter, wer profitierte im Fall der verhungerten Menschen in der damaligen Heil- und Pflegeanstalt Wehnen? Dazu zur Erinnerung dieser Artikel.
Wir werden, wie in den vergangenen Jahren, die Einladung von Pastor Raudonat annehmen, und an dem Gottesdienst in der Ofener Kirche am Volkstrauertag, dem 15. November, teilnehmen