Unter diesem Motto begehen wir am 1. September 2016 unseren Gedenktag.
Am 1. September 1939 erließ Adolf Hitler den sog. Gnadentoderlass und eröffnete damit die „Euthanasie“, das Morden an hilfsbedürftigen kranken Menschen.
Prof. Dr. Dr. Klaus Dörner wird den Festvortrag halten. Schon 2001 hielt Prof. Dörner zur Einweihung des Mahnmals auf dem Gelände der heutigen Karl-Jaspers-Klinik diesen Vortrag.
Für den musikalischen Beitrag konnten drei Musiker des Ensembles Windspiel gewonnen werden.
Alles Weitere finden Sie im Programm des Gedenktages 2016.
Fremdenhass, rechtsradikale Entwicklungen geben uns Anlass, die Erinnerung an die Verbrechen im Nationalsozialismus wach zu halten. Dazu passend der Eintrag aus dem Gästebuch in der Gedenkstätte Alte Pathologie „Wo fängt es an – wo hört es auf?“.
Wir laden Sie zu unserer diesjährigen Gedenkfeier herzlich ein. Gerne dürfen Sie Einladung und Programm an Freunde und Interessierte weiter geben.
Pünktlich zum Gedenktag hat Dr. Ingo Harms sein Buch mit dem Titel Buchhaltung und Krankenmord, ISBN 978-3-8142-2344-5 zu dem Forschungsauftrag zum Verbleib der eingesparten Gelder der Hungermorde veröffentlicht. Dazu schreibt die hiesige Nordwest Zeitung (NWZ) und die Oldenburger Sonntagszeitung.
Sie können das Buch am Gedenktag erwerben.
Zugegeben, unsere finanzielle Situation war noch nie rosig. Die Gedenkstätte „Alte Pathologie“ existiert nur aus privaten Spenden. Lediglich der Landkreis Ammerland unterstützt uns mit einem jährlichen Betrag, der die Unterhaltskosten der Gedenkstätte für etwa 6 Wochen sichert.
Inzwischen wird die „Alte Pathologie“ u.a. von Angehörigen der Opfer finanziert, was an sich schon merkwürdig ist.
Die Pflege der Gedenkstätte und auch der Euthanasie-Erinnerungsstätte übernehmen Mitglieder des Gedenkkreises.
Doch zu unserer großen Freude und Überraschung trafen in den letzten Wochen Spenden von einigen Privatpersonen und von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ein.
Dafür an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön!
Diese Frage stellen sich inzwischen Verwandte, Enkel und auch Urenkel. Es gab sie, diese unbekannten Vorfahren, über deren Leben ein trauriges, aber absolutes Schweigen in den Familien herrschte. Die Nachkommen sollten auf keinen Fall erfahren, dass es in der Familie einen sog. Geisteskranken oder gar einen „Verrückten“ gab. Aber Kinder haben feine Ohren. Immer dann, wenn die Älteren sich flüsternd über eine Sache unterhielten, die die Kinder nicht wissen sollten, spitzten sich diese kleinen Ohren. Jedoch begreifen Kinder auch, wenn Fragen nicht erwünscht sind.
Die NS-Zeit wirkt nach.
Diese Kinder sind jetzt erwachsen und irgendwann kommen diese alten Geschichten wieder ins Bewusstsein.
Was geschah z.B. mit meinem Opa? Warum war er nach dem ersten Weltkrieg so anders, so merkwürdig? Er ging zunächst freiwillig in ein psychiatrisches Krankenhaus, er wurde in eine andere Klinik irgendwo in Deutschland verlegt. Das letzte, was man hörte, er landete in der Heil- und Pflegeanstalt Wehnen und dann verlor sich seine Spur. Eine zugegeben fiktive Geschichte, aber so ähnlich kann es gewesen sein.
Sie wollen mehr über den Verbleib Ihres Angehörigen wissen? Ein Medizinhistoriker und ein Psychiater aus unserem Kreis haben Zugang zu den Krankenakten der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt und erforschen auf Anfrage die Geschichte Ihres Angehörigen. Anschließend erhalten Sie einen umfassenden Bericht über das Leben und auch das Sterben Ihres Verwandten.
Melden Sie sich ggf. unter info@gedenkkreis.de
Der Verein Jeverländischer Altertums- und Heimatverein e.V. lädt zu einem Vortrag von Dr. Ingo Harms ein.
Es hat lange gedauert, bis auch Heimatvereine die furchtbaren Verbrechen der NS-Zeit als Geschichte akzeptieren. Heimatgeschichten sind nicht immer schön und stimmungsvoll. Heimatgeschichten wurden und werden immer noch folkloristisch, oft mit einem Hang zum Kitschigen, dargestellt.
Ganz anders der Jeverländischer Altertums- und Heimatverein e.V. Hier stellt man sich der Geschichte, der Verbrechen der NS-Zeit in der Region. Es wird zum Vortrag am 18. Mai und zur Führung in die Gedenkstätte „Alte Pathologie“ in Wehnen eingeladen, Gäste sind zu beiden Terminen willkommen. Die Einladung finden Sie hier (PDF Format). Anmeldungen nimmt Herr Landig, Mailadresse in der Einladung, entgegen.
Mögen andere Heimatvereine diesem Beispiel folgen.
Schon seit vielen Jahren bieten wir Führungen für Gruppen aller Art, besonders aber für junge Menschen, an.
Schüler_innen der 9. Klasse des Gymnasiums Bad Zwischenahn/Edewecht nahmen dieses Angebot an und waren erschüttert über die Geschehnisse in der damaligen Heil- und Pflegeanstalt Wehnen. In der Nachbereitung veröffentlichten sie diese Arbeit. Passend dazu auch der Bericht einer Schülergruppe aus dem Jahr 2014
Naziverbrechen in der unmittelbaren Umgebung? Das ist hier in unserer Heimat vielen Menschen nicht bekannt. Es macht betroffen, wenn die Verbrecher und Mörder nicht die irgendwie weit entfernten „Nazis“ waren, sondern Menschen, die wir vielleicht kannten, oder gar mit uns verwandt waren. Wie konnten Ärzte und Pflegende dem langsamen Sterben der ihnen anvertrauten Patienten mitleidlos zu sehen?
Dazu das Zitat von Dorothea Buck:
„Was nicht erinnert wird, kann jederzeit wieder geschehen, wenn die äußeren Lebensumstände sich entscheidend verschlechtern.“