Der Verein Jeverländischer Altertums- und Heimatverein e.V. lädt zu einem Vortrag von Dr. Ingo Harms ein.
Es hat lange gedauert, bis auch Heimatvereine die furchtbaren Verbrechen der NS-Zeit als Geschichte akzeptieren. Heimatgeschichten sind nicht immer schön und stimmungsvoll. Heimatgeschichten wurden und werden immer noch folkloristisch, oft mit einem Hang zum Kitschigen, dargestellt.
Ganz anders der Jeverländischer Altertums- und Heimatverein e.V. Hier stellt man sich der Geschichte, der Verbrechen der NS-Zeit in der Region. Es wird zum Vortrag am 18. Mai und zur Führung in die Gedenkstätte „Alte Pathologie“ in Wehnen eingeladen, Gäste sind zu beiden Terminen willkommen. Die Einladung finden Sie hier (PDF Format). Anmeldungen nimmt Herr Landig, Mailadresse in der Einladung, entgegen.
Mögen andere Heimatvereine diesem Beispiel folgen.
Schon seit vielen Jahren bieten wir Führungen für Gruppen aller Art, besonders aber für junge Menschen, an.
Schüler_innen der 9. Klasse des Gymnasiums Bad Zwischenahn/Edewecht nahmen dieses Angebot an und waren erschüttert über die Geschehnisse in der damaligen Heil- und Pflegeanstalt Wehnen. In der Nachbereitung veröffentlichten sie diese Arbeit. Passend dazu auch der Bericht einer Schülergruppe aus dem Jahr 2014
Naziverbrechen in der unmittelbaren Umgebung? Das ist hier in unserer Heimat vielen Menschen nicht bekannt. Es macht betroffen, wenn die Verbrecher und Mörder nicht die irgendwie weit entfernten „Nazis“ waren, sondern Menschen, die wir vielleicht kannten, oder gar mit uns verwandt waren. Wie konnten Ärzte und Pflegende dem langsamen Sterben der ihnen anvertrauten Patienten mitleidlos zu sehen?
Dazu das Zitat von Dorothea Buck:
„Was nicht erinnert wird, kann jederzeit wieder geschehen, wenn die äußeren Lebensumstände sich entscheidend verschlechtern.“
Die Ausstellung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) im Februar und März war in der Karl-Jaspers-Klinik am richtigen Platz, einem Tatort während der NS-Zeit. Das wurde manchen Besuchern erst bewusst, als sie vor Ort waren.
„erfasst, verfolgt, vernichtet“ so das Thema der Ausstellung, und so wurde auch mit Patienten in der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt in Wehnen verfahren.
Was war mit den verantwortlichen Ärzten und Pflegenden los? Wie konnten sie den Anordnungen von „Schreibtischtätern“ Folge leisten und dem Sterben der Verhungernden mitleidlos zusehen?
Wir wiesen am 18. Februar auf die Ausstellung hin. Hier können Sie die Rede zur Eröffnung von Dr. Ingo Harms, wissenschaftlicher Beirat des Gedenkkreises, lesen.
In unserer Mitgliederversammlung am 11. März wurde Heinrich Pahl zum neuen Vorsitzenden und Dieter Gers zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.
Heinrich Pahl hat sich schon lange mit den Verbrechen aus der Zeit des Nationalsozialismus beschäftigt. So hat er aktiv für die Aktion Sühnezeichen in Jerusalem gearbeitet. Auch setzt er sich für die Durchführung des Erinnerungsgangs am 10. November in Oldenburg ein. Durch diese Aktivitäten wurde er auf weitere Verbrechen der NS-Zeit, wie die Euthanasiemorde, aufmerksam.
Dieter Gers, ehemaliger Leiter der Fröbelschule in Delmenhorst, ist vielen Interessierten durch seine Führungen in der Gedenkstätte „Alte Pathologie“ bekannt. Sein Schwerpunkt waren zunächst die Zwangssterilisationen, durchgeführt an Kindern und Jugendlichen, während der NS-Zeit. In seinen Führungen informiert er über die Verbrechen der Ärzte und Pflegenden hier in der damaligen Heil- und Pflegeanstalt Wehnen.
Der bisherigen Vorsitzenden Elke Harms-Kranich wurde gedankt, besonders für ihren Einsatz zur Zusammenarbeit mit entsprechenden Oldenburger Gruppen und Vereinen. In ihrer Zeit als Vorsitzende gab es große Veränderungen. Die Ausstellung in der „Alten Pathologie“ wurde komplett erneuert. Maßgeblich wirkte sie auch bei der Vortragsreihe „70 Jahre Ende der NS-Zeit“ mit. Sie gab dem Gedenkkreis eine neue Prägung. Es waren über zwei gute und erfolgreiche Jahre. (mehr …)
Wir geben Ihnen hier Gelegenheit 2 Artikel der hiesigen Nordwestzeitung (NWZ) nachzulesen.
Dr. Rolf Keller von der Stiftung niedersächsischer Gedenkstätten berichtet über die Notwendigkeit der regionalen Gedenkorte. Auch die Gedenkstätte „Alte Pathologie“ wird erwähnt und damit die Krankenmorde in der damaligen Heil- und Pflegeanstalt Wehnen. Es gibt noch Zeitzeugen, jedoch nicht aus der Wehner Anstalt. Wer zum Verhungern „aussortiert“ wurde, hatte keine Überlebenschance.
Der zweite Artikel bezieht sich auf die Facharbeit der Schülerin Meret Wiese, Mariengymnasium Jever, wobei, die Überschrift für diesen Artikel etwas eigenwillig ist.
Meret Wiese erforschte die
„NS-,Euthanasie‘ und Erinnerung: Historische Aufarbeitung und Gedenkkultur am Beispiel der Pflege- und Heilanstalt Wehnen/Oldenburg“.
Sie tat damit genau das, was so wichtig ist, über die NS-Verbrechen zu informieren, gerade in der jungen Generation. Denn „Was nicht erinnert wird, kann jederzeit wieder geschehen, wenn die äußeren Lebensumstände sich entscheidend verschlechtern.“ Zitat Dororhea Buck