Zwangsarbeiter im Oldenburger Land

Ein weiteres dunkles Kapitel aus der Zeit des Nationalsozialismus, am 3. Mai ist in der Nordwestzeitung (NWZ) dieser Artikel erschienen.
Vielen Menschen der heutigen Zeit ist gar nicht bewusst, welche Verbrechen in ihrer unmittelbaren Umgebung geschehen sind. Die Erinnerung wach zu halten, eine Kultur des Gedenkens zu entwickeln, das gehört zu unserer Arbeit im Gedenkkreis. Das Wissen um die NS-Vergangenheit hier im Oldenburger Land ist ein Stück Heimatkunde. Damit in der Gegenwart und Zukunft solche Verbrechen nie wieder geschehen, müssen wir die Vergangenheit kennen.

Vortrag: Zwangssterilisation im Nationalsozialismus

Der Gedenkkreis Wehnen e.V. lädt zusammen mit dem Behindertenbeirat Oldenburg und der Forschungsstelle GGS Universität Oldenburg zum Vortrag

Zwangssterilisation im Nationalsozialismus – die Rolle der Gesundheitsämter

von Dr. Norbert Boese ein.
Er weist beispielhaft auf die Rolle der NS-Gesundheitsbehörde der Stadt Delmenhorst hin, die keinen Aufwand scheute, „fortpflanzungsgefährliche“ Personen vor das „Erbgesundheitsgericht“ zu bringen.
Der Vortrag wird simultan von Gebärdendolmetscherinnen übersetzt. Wie in den vorangegangenen Vorträgen ist auch dieses Mal ein Ringschleifenverstärker vorhanden.
Der Vortag findet am Donnerstag, den 16. Mai 2013 um 19.00 Uhr im Kulturzentrum PFL in Oldenburg statt.
Alles Weitere entnehmen Sie bitte der Einladung im PDF Format.
Der nächste Vortrag ist am 13. Juni um 19.00 Uhr mit dem Titel Tuberkulose und Krankenmord von Dr. Alfred Fleßner.

Das Schweigen der Angehörigen

Nehmen Sie sich acht Minuten Zeit für das Interview mit Götz Aly. Es ist eine traurige Wahrheit, dass viele Angehörige sich nicht um ihre kranken Familienmitglieder kümmerten, nachdem sie in sog. Heil- und Pflegeanstalten verschwunden waren.
Dabei darf nicht verschwiegen werden, wie unendlich schwer das Zusammenleben mit einem behinderten Mitglied der Familie während der NS-Zeit war. Ausgrenzung und Diffamierung der ganzen Familie waren oft die Folge.
Und wie ist das heute? Immer noch sehr schwer, besonders seit Abtreibungen noch nach der 22 Schwangerschaftswoche bei Verdacht auf Behinderung des Kindes zugelassen sind. Eltern, die sich zu ihrem behinderten Kind bekennen, gehört größte Achtung und vor allem jede mögliche, besonders finanzielle, Unterstützung.

Volkskörper und Frauenbauch – „Spätabtreibungen“ als Dilemma im Diskurs über Selbst-Bestimmung. Ein Erfahrungsbericht

Öffentlicher Vortrag am Donnerstag, den 11. April 2013 um 19.00 Uhr
im Kulturzentrum PFL, Peterstraße 3, Oldenburg von Dr. Magdalene Heuvelmann

In Verbindung mit dem Behindertenbeirat der Stadt Oldenburg und der Forschungsstelle GGS der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg lädt der Gedenkkreis zu diesem Vortrag ein.
Nach der „Euthanasie“ in der NS-Zeit ist es kaum zu glauben, dass ein Aussortieren von lebensfähigen Embryonen bis kurz vor dem Ende der Schwangerschaft vom Gesetzgeber legalisiert wurde. Es kann und darf nicht sein, dass sich der Staat auf diesem Wege seiner Pflicht entzieht, ein behindertes Kind mit allen Mitteln zu fördern, ihm eine echte Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.
Sollten diese Spätabtreibungen üblich werden, sollte eine werdende Mutter gar dazu überredet werden, wie schwer wird es dann für Eltern sich ganz bewusst für ihr (behindertes) Kind zu entscheiden!
Droht schon wieder eine Stigmatisierung eines behinderten Kindes und damit der ganzen Familie?

Es erwartet uns ein interessanter Vortrag mit anschließender Diskussion.

Oldenburg und die NS-Medizin – Vortrag von Dr. Maria Hermes

Der Gedenkkreis lädt in Verbindung mit dem Behindertenbeirat Oldenburg und der Forschungsstelle GGS zu dem Vortrag

Vorläufer des Krankenmordes. Rassenhygiene und Psychiatrie im Ersten Weltkrieg

am Donnerstag, den 14. März 2013 um 19.00 Uhr ins Kulturzentrum PFL in Oldenburg ein.

Am Beispiel des bremischen St. Jürgens-Asyls stellt Dr. Hermes die Vorformen der tödlichen Psychiatrie dar. Aus den psychiatrischen Krankenakten zwischen 1914 und 1918 geht hervor, dass der Krieg zunehmend eine entscheidende Rolle spielte. Durch das Hungersterben im St. Jürgens-Asyl wird die Psychiatrie im Ersten Weltkrieg als Vorläufer des nationalsozialistischen Krankenmordes sichtbar.

Auch für diesen Vortrag stellt die Forschungsstelle GGS der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg einen Ringschleifenverstärker zur Verfügung.

Alles Weitere entnehmen Sie bitte der Einladung.