17. November 2013 – Volkstrauertag

An diesem Tag findet in der Kirche in Ofen, Bad Zwischenahn, ein Gottesdienst statt, in dem auch der ermordeten Patienten in der damaligen Heil und Pflegeanstalt Wehnen gedacht wird, dazu hier die Einladung von Herrn Raudonat, Pfarrer und Vorsitzender des Gemeindekirchenrates Ofen.

„Gewalt ist ein schmerzvolles Thema geblieben, – in aller Welt, in der Geschichte, und leider auch in Häusern und auf unseren Straßen und in den Schulen. So gesehen ist der Volkstrauertag ein wichtiges Zeichen von Zivilcourage in unserer Zeit.

Die Kirchengemeinde lädt Sie ein zur traditionellen Feier des Volkstrauertages am
Sonntag, 17. November, um 10.00 Uhr in der Kirche zu Ofen
zum Gottesdienst und zur Kranzniederlegung an den Gedenkstätten.

Lassen Sie uns aber auch nicht vergessen, welchen hohen Preis unsere Vorfahren und ihre Familien gezahlt haben für die Verirrungen eines fanatischen Regimes. Voller Respekt und im stillen Gedenken der vielen Opfer von Krieg, Gewaltherrschaft und Verachtung angeblich unwerten Lebens wollen wir innehalten im üblichen Getue: kein starrer Blick in die Vergangenheit – wohl aber ein liebevoller und wacher Blick auf Gestern und Heute. Es hilft uns, den Wert eines jeden Menschen zu ermessen und sicher auch den Wert unserer Tage.“

Der Gedenkkreis schließt sich dieser Einladung an und würde sich über Ihre/Eure Beteiligung freuen.

9. und 10. November in Deutschland.

Vielen Menschen ist an diesen Tagen eher der Fall der Mauer 1989 in Erinnerung, als die Progromnacht vom 9. auf den 10. November 1938.

In dieser Nacht brannten in Deutschland, Österreich und auch in der damaligen Tschechoslowakei die Synagogen. Der 9. November ist der Tag, an dem organisierte Schlägertrupps jüdische Geschäfte in Brand setzten. Es ist der Tag, an dem tausende Juden misshandelt, verhaftet oder getötet wurden. Spätestens an diesem Tag konnte jeder in Deutschland sehen, dass Antisemitismus und Rassismus bis hin zum Mord staatsoffiziell geworden waren. Diese Nacht war das offizielle Signal zum größten und schlimmsten Völkermord in der Geschichte der Menschheit.

In vielen Städten wird in verschiedenen würdevollen Feiern und Demonstrationen an diese Progromnacht erinnert. Dazu erreichte uns das Programm der Veranstaltungen der Stadt Nienburg.

In Oldenburg wird seit über 30 Jahren in einer besonderer Form an die Progromnacht erinnert. Jedes Jahr übernimmt eine Oldenburger Schule die Gestaltung dieses Tages. In diesem Jahr wird es die integrierte Gesamtschule IGS Flötenteich sein. Mittelpunkt der Oldenburger Veranstaltung ist der Schweigemarsch am 10. November um 15.00 Uhr vom Hof der heutigen Landesbibliothek bis zum Gefängnis, an dem viele OldenburgerInnen teilnehmen. Dies ist der Weg durch den die Oldenburger Juden am 10. November 1938 durch die Oldenburger Innenstadt vor ihrer Verhaftung getrieben wurden.

So wird dieser Teil der Oldenburger Geschichte vor dem Vergessen bewahrt. Es gibt sicher noch BürgerInnen unserer Stadt, die sich an diesen 10. November 1938 erinnern, aber sie waren damals überwiegend Kinder oder Jugendliche, und so ist es gut, dass heute Jugendliche diese Erinnerungsarbeit weiter führen.

Einladungen – Sandbostel und HÖB/Papenburg

Die Interessengemeinschaft nds. Gedenkstätten lädt zu einem Besuch der Gedenkstätte Sandbostel am Sa., den 26.10.2013 ein. Damit wird allen Interessierten die Gelegenheit gegeben, sich die Gedenkstätte Sandbostel mit der dort neu errichteten Ausstellung anzusehen.
Ab Bremen steht ein Bus für den Transfer zur Gedenkstätte zur Verfügung,
Hier ist  die Einladung zu diesem Tagesseminar und der damit verbundenen jährlichen Mitgliederversammlung.
Gerne können auch Interessierte teilnehmen, wichtig ist, dass sich alle bis spätestens zum 5. Oktober 2013 anmelden!
Wir freuen uns auf eine rege Teilnahme.

Schon heute ein zusätzlicher Hinweis:Vom 14. – 16. Februar 2014 findet wieder das jährliche Semianr der Interessengemeinschaft in der HÖB in Papenburg zum Thema „Tätergeschichten“ (Arbeitstitel) statt.

Einladung zu zwei Sonderausstellungen

Die Stiftung Niedersächsischer Gedenkstätten (SNG) möchte auf zwei Sonderausstellungen zum Thema „italienische Militärinternierte“ aufmerksam machen, die in diesen Tagen in der Gedenkstätte Esterwegen und vom Dokumentations- und Lernort Baracke Wilhelmine im Rathaus Schwanewede eröffnet werden.
Anlass ist die Ankunft der ersten Gefangenen vor 70 Jahren: Mitte September 1943 erreichten die ersten Transporte mit italienischen Militärinternierten die Kriegsgefangenenlager Fallingbostel und Wietzendorf in der Lüneburger Heide sowie Bathorn im Emsland. Mehr Informationen zu den Ausstellungen, zu den historischen Hintergründen und zur aktuellen politischen Diskussion finden Sie/findet Ihr hier.
Außerdem möchten wir Sie/Euch auf eine Reihe von Veranstaltungen im September hinweisen, die anlässlich des 80. Jahrestages des ersten „Reichserntedankfests“ am 1. Oktober 1933 auf dem Bückeberg bei Emmerthal geplant sind. Unter anderem wird die Ausstellung von Bernhard Gelderblom „Die Reichserntedankfeste auf dem Bückeberg bei Hameln 1933-1937 – Ein Volk dankt seinem Verführer“ in Hameln zu sehen sein. Dazu finden gibt es weitere Informationen.
Gerne können die Ankündigungen weitergeleitet werden.

Gedenkstätte „Alte Pathologie“

Am Sonntag, 8. September 2013, findet der diesjährige bundesweite „Tag des offenen Denkmals“ der Deutschen Stiftung Denkmalschutz unter dem Thema „Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale?“ statt.
In Niedersachsen und Bremen beteiligen sich viele Gedenkstätten und Initiativen, die an Orte der Verbrechen des NS-Regimes und an die Geschichte des Nationalsozialismus und seine Folgen erinnern.
Auch der Gedenkkreis Wehnen nimmt mit der Gedenkstätte Alte Pathologie daran teil.
Hier wurden ab 1934 Sektionen durchgeführt und, nach Kriegsende, die Räumlichkeiten noch bis in die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts zu diesem Zweck genutzt.

Seit April 2003 ist dieser Ort die Gedenkstätte des Gedenkkreises Wehnen e.V. Mit einer Ausstellung erinnert der Gedenkkreis hier an mindestens 1500 Patienten, die durch Verhungern ermordet wurden.
Das Mahnmal in unmittelbarer Nähe der Gedenkstätte und die Euthanasie-Erinnerungsstätte auf dem benachbartem Friedhof der Ofener Kirchengemeinde können auch besichtigt werden.

Ehrenamtliche Mitarbeiter des Gedenkkreises werden Ihnen an diesem Sonntag von 11.00 Uhr – 18.00 zur Verfügung stehen.

Das gesamte Programm des Tages finden Sie hier im PDF Format.

Die Ammerländer Online Zeitung schrieb dazu diesen Artikel