Fast 80 Besucher sind trotz des schwülheißen Wetters unserer Einladung zum diesjährigen Gedenktag gefolgt.
Schon aus der Tagesordnung ging ervor, dass es ein interessanter Nachmittag werden sollte.
Zur Begrüßung wies Frau Knöttig, Vorsitzende des Gedenkkreises, darauf hin, dass die Gedenkstätte jetzt seit über einem Jahr besteht und zur Zeit ehrenamtlich geführt wird. Diese Stätte dient der Information über den Mord an den Patienten während der NS-Zeit und soll ein Ort des Erinnerns und der Trauer sein.
Frau Regener vom Gedenkkreis berichtete über ihre Recherche im Oldenburger Staatsarchiv. Dort stieß sie auf Zahlenmaterial über die Beschlüsse des „Erbgesundheitsgerichtes“, das während der NS – Zeit auch in Wehnen tagte. Sie berichtete über Zwangssterilisationen, die dann überwiegend in den Oldenburger Krankenhäusern wie den damaligen Städtischen Krankenanstalten und auch des Evangelischen Krankenhauses vorgenommen wurden.
Einen breiten Raum nahmen die Vorträge von Herrn Prof. Dr. Nitsch und Herrn Dr. Fleßner von der Carl-von-Ossietzky Universität Oldenburg ein. Es ging um die zukünftige Zusammenarbeit der Gedenkstätte, den Opfer-Angehörigen sowie Betroffenen mit der Forschungsgruppe der Oldenburger Universität. „Wir stehen mit unserem Vorhaben vor einer außerordentlichen Herausforderung. Bisher hat es kein einziges Forschungsprojekt dieser Art gegeben, in dem die Kooperation zwischen Opfer-Angehörigen, Gedenkstätte, verschiedenen Fachwissenschaftlern einer Universität und einem studentischen Projekt zu dem Themenkomplex NS-Euthanasie gearbeitet wurde“, so Professor Dr. Nitsch.
„Offene und ausführliche Gespräche mit Betroffenen und Angehörigen“, das ist das Ziel der Arbeit von Dr. Fleßner. Hier sollen vor allem historische Geschehnisse von Zeitzeugen öffentlich werden, die noch nicht archiviert sind. Die Forschungsgruppe wird bei dieser Arbeit auf die Gedenkstätte und die Mitglieder des Gedenkkreises angewiesen sein. Wir sind zu dieser Zusammenarbeit gerne bereit, die für beide Seiten sehr interessant und informativ werden wird.
Die Ausstellung in der Gedenkstätte konnte nach den Vorträgen besichtigt werden, das wurde von vielen Besuchern der Feier genutzt.
Unser alljährlicher Gedenktag am 01. September wird auch in diesem Jahr mit einem umfangreichen Programm vollzogen. Ein Schwerpunkt ist diesmal die Vorstellung des Forschungsprojektes der Uni Oldenburg.
Die Veranstaltung findet am Donnerstag, den 01.09.2005 um 14 Uhr im Festsaal des NLKH Wehnen statt. Bei der Gelegenheit sind Sie ebenfalls herzlich eingeladen, mal wieder einen Blick in die Gedenkstätte zu werfen und sich die Entwicklung der Ausstellung anzusehen.Unter der Telefonnummer 04499 91 89 19 oder per E-Mail können Sie sich für die Veranstaltung anmelden.
Das ausführliche Programm können Sie im PDF-Format (Acrobat Reader) betrachten.
Schwerpunkt der Vorstandssitzung am 22.07. ist die Gestaltung unseres diesjährigen Gedenktages. Die Sitzung beginnt um14:00 Uhr im Büro der Gedenkstätte. Herzlich eingeladen sind auch Gäste nach vorheriger Anmeldung.
Über die Resultate werden wir dann im Anschluss an dieser Stelle berichten!
Für unsere Arbeit benötigen wir stets Büromaterialien und Literatur. Zur Zeit besteht dringender Bedarf nach einfachen Bilderrahmen für unseren Ausstellungsraum, ungefähre Größe: 70 x 100 cm.
Für unsere kleine Fachbücherei nehmen wir gerne Literatur zu den Themen NS-„Euthanasie“, Zwangssterilisation, NS-Medizin u. ä. entgegen.
Falls Sie uns da unterstützen können, setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung. Herzlichen Dank für Ihre Hilfsbereitschaft!
Am 01. Juli 2005 wird um 14 Uhr im Bibliotheks-Foyer der Carl-von-Ossietzky-Universität, Uhlhornsweg eine Ausstellung über über „Euthanasie und Zwangssterilisation“ vom Bund der „Euthanasie“-Geschädigten und Zwangssterilisierten (BEZ) eröffnet.