Gedenktag am 01.09.

Am 01.09.2023 begeht die Gedenkstätte Wehnen einen Gedenktag für die Opfer der nationalsozialistischen Krankenmorde in der ehemaligen Hei- und Pflegeanstalt Wehnen.

Programm für den Gedenktag im Festsaal der Karl-Jaspers-Klinik, Beginn 15 Uhr:

1. Musik: das Ensemble Vox Cambiata spielt Arien von Johann Sebastian Bach

2. Begrüßungen durch den Gedenkstättenvorstand, den Ärztlichen Direktor der KJK Prof. Hurlemann, und den Bürgermeister von Bad Zwischenahn, Henning Dierks

3. Musik: Vox Cambiata spielt Bach

4. Schüler* der IGS Flötenteich dokumentieren ihre Arbeit an Krankenakten von Oldenburger Patienten, die dem Krankenmord zum Opfer gefallen sind.

5. Musik: Vox Cambiata spielt Bach

6. Ende der Darbietungen, Ausklang mit Gesprächen bei Kaffee und Kuchen


Die Feierstunde ist öffentlich, Eintritt frei.

Öffentliche Führung August

Thema der Führung sind die sogenannte Erbgesundheitsverfahren.

Auf Grundlage des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses von 1933 wurden 400.000 Menschen von 1934-1945 zwangssterilisiert, 2.600 Menschen alleine in Oldenburg. Zur Durchführung dieses in Recht gegossenen Unrechts mussten bürokratische Wege und Standards eingehalten werden und die Nationalsozialisten mussten sich der breiten Unterstützung aus weiten Teilen der Gesellschaft sicher sein.

Je nach Wetterlage soll nach dem Vortrag das Gedenkfeld der Krankenmordopfer auf dem Ofener Friedhof besucht werden.

Die Mindestteilnehmerzahl beträgt 10 Personen.

Kostenbeitrag: 5,00€. Um eine verbindliche Voranmeldung bis zum 23.08. um 15:30 Uhr wird gebeten (via Anmeldeformular, Telefon: 0441 9992770 oder E-Mail: buero at gedenkkreis.de)

Treffpunkt für alle Führungen ist die Gedenkstätte Wehnen,
Hermann-Ehlers-Straße 7, 26160 Bad Zwischenahn.
Kostenfreie Parkplätze sind vorhanden

Öffentliche Führung September

Thema der Führung: „Die Profiteure der oldenburgischen Krankenmorde“

Treibende Kraft hinter den Krankenmorden, die im Jahr 1936 begannen, war der Landesfürsorgeverband. Mit rücksichtsloser Kostenreduktion in oldenburgischen Anstalten und Heimen betrieb er eine Vermögensbildung, die der Förderung von Kultur, Energiewirtschaft und Landwirtschaft diente. Die begünstigten Betriebe und Kultureinrichtungen existieren noch heute.

Rezension zu Dr. Ingo Harms aktuellster Studie „Der Verband: Anstaltsfürsorge zwischen Rassenhygiene, Bereicherung und Kommunalpolitik (Oldenburg 1924–1960)“ in der TAZ: Landesfürsorgeverband Oldenburg im NS: Verhungernlassen für den Profit – taz.de

Kostenbeitrag: 5,00€. Um eine verbindliche Voranmeldung bis zum 23.09. um 15:30 Uhr wird gebeten (via Anmeldeformular, Telefon: 0441 9992770 oder E-Mail: buero at gedenkkreis.de).

Treffpunkt für alle Führungen ist die Gedenkstätte Wehnen,
Hermann-Ehlers-Straße 7, 26160 Bad Zwischenahn.
Kostenfreie Parkplätze sind vorhanden

In Memoriam

Wir trauern um Klaus Dörner (22.11.1933 – 25.09.2022)

Abschrift der Rede Klaus Dörners zur Mahnmalenthüllung am 1. September 2001

Ankündigung

Kreisvolkshochschule Westerstede, 2. 11. 2022, 19.00 – 21.30 Uhr: Dass der in Oldenburg geborene, weltbekannte Philosoph Karl Jaspers im Jahr 1947 den falschen Rat erteilt hat, eine Forschungsarbeit über die NS-Euthanasie nicht zu veröffentlichen, ist bekannt. Welche Folgen damit für die Aufarbeitung der Psychiatrieverbrechen verbunden waren, ist strittig, und hat in einer Diskussion zwischen der Karl-Jaspers-Gesellschaft, der Karl-Jaspers-Klinik und dem Historiker Ingo Harms (Gedenkstätte Wehnen) neue Aktualität erhalten. Die von Dr. Harms erarbeiteten Quellen bringen Erkenntnisse hervor, die nicht nur den berühmten Philosophen, sondern vor allem den Umgang der deutschen Psychiatrie mit ihrer NS-Vergangenheit in ein neues Licht rücken. Seine Ergebnisse, die noch nicht publiziert sind, werden als „Werkstattbericht“ vorgestellt und laden zur Diskussion ein.